Artikel: Christina Lang, Bezirksleiterin DB Netz AG, Betrieb Nordhausen
„Bei der DB gibt es viele Berufe – vom Handwerk bis zu digitalen Berufen, da ist für jeden etwas dabei.“
Was machst du möglich bei der DB?
Ich bin in meinem Bezirk Nordhausen für ca. 50 Fahrdienstleiter und Weichenwärter auf sieben Stellwerken zuständig. Als Bezirksleiterin überwache ich die Sicherheit des Betriebes und die Qualität der Arbeitsleistung. Ich bin dafür verantwortlich, dass die Mitarbeiter:innen eine sichere und gute Arbeitsumgebung haben. Und dass alle benötigten Anlagen auf den Stellwerken funktionieren und ggf. Mängel beseitigt werden. Auch bei Baubetriebsprozessen wirke ich mit. In meinem Bereich bin ich für die Tauglichkeit und Zufriedenheit meiner Mitarbeiter:innen zuständig, aber auch für die Vollständigkeit und Aktualität der Unterlagen/Richtlinien auf den Stellwerken.
Das Notfallmanagement ist auch ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Dort, wo Polizei, Sanitäter und andere Fremdrettungskräfte aktiv werden, ist der Notfallmanager der Sachverständige vor Ort, um die Fremdrettungskräfte vor den Gefahren des Eisenbahnbetriebes zu schützen. Dazu werden auch Schulungen von mir und meinen Kollegen mit den Fremdrettungskräften durchgeführt.
Was begeistert dich an deinem Job?
Die Abwechslung. Kein Tag ist wie der andere. Es gibt viele nette Kollegen und viele unterschiedliche Aufgaben, die es zu lösen gibt. Ich spreche mit vielen Gewerken und kann dadurch auch Einblicke in deren Arbeitsalltag bekommen. Den Großteil meiner Arbeitszeit bin ich unterwegs und kontrolliere meine Mitarbeiter und die Betriebsstellen. Aber auch Büroarbeit ist ein Teil meiner Tätigkeit. Ich kann mir meine Arbeitszeit zum großen Teil selbst einteilen, da auch Nachtschichten und Arbeiten, die außerhalb der Büroarbeitszeiten stattfinden, zu meinen Aufgabengebiet gehören.
Was war dein schönstes Eisenbahn-Erlebnis?
Einmal kam ein Mitarbeiter zu mir und sagte: „Frau Lang, Sie sind echt ´ne gute Chefin.“ Das freut mich natürlich sehr. Auch wenn die Mitarbeiter zu mir kommen und mit mir über private Probleme sprechen, dann ist das für mich ein Indiz, dass ein gutes Arbeitsverhältnis besteht.
Warum sollten sich Frauen zur Bahn bewerben?
Dafür sprechen viele Gründe: Der Lohn ist sicher, die Bedingungen für Elternzeit sind top und auch die Sozialleistungen sind gut. Nach einer Auszeit oder längerer Krankheit wird man wieder gut integriert. Man kann sich innerbetrieblich weiterbilden und dadurch, dass die Bahn in ganz Deutschland vertreten ist, kann man auch deutschlandweit arbeiten.Bei der DB gibt es viele Berufe – vom Handwerk bis zu digitalen Berufen, da ist für jeden etwas dabei. Auch Praktika können bei uns zum „Reinschnuppern“ gemacht werden.
Was war dein Beweggrund zur Bahn zu gehen? Warum hast Du Dich bei der DB beworben?
Ich bin zufällig zur Bahn gekommen. Ich hatte mich für ein heimatnahes Studium beworben. Den Studienplatz habe ich nicht bekommen, jedoch wurde mir ein Ausbildungsplatz zum Fahrdienstleiter angeboten. Nach einigen Jahren als Fahrdienstleiterin konnte ich dann die Weiterbildung zum Fachwirt machen. Nach der abgeschlossenen Weiterbildung bin ich Zugdisponent in Hannover gewesen. Aus familiären Gründen wollte ich dann zurück nach Nordhausen und es hat geklappt. Ich habe meine Entscheidung bei der DB zu arbeiten bis heute nicht bereut.
Interview geführt: Sylvia Hollah