Simone Tauchnitz, Projektingenieurin Bau, DB Netz AG im Knoten Leipzig/Halle

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Möglichmacherin Simone Tauchnitz

„Toll, dass Frauen sich immer mehr in technische Berufe wagen“

Was machst Du möglich bei der DB (für die Fahrt eines ICE)?

Ich bin Teil eines Projektteams am Standort Halle, das die Vorbereitung und Durchführung von Bauprojekten organisiert. Ganz allgemein erklärt, sind wir bei Bauprojekten für die Planung vom Entwurf, der Ausschreibung von Planungs- und Bauleistungen, einer termingerechten und fachlich korrekten Bauausführung bis hin zur Übergabe der neu gebauten Anlagen an den Betreiber mit verantwortlich. Wir schaffen die baulichen und technischen Voraussetzungen, dass die Züge fahren können.

Aktuell arbeite ich im Knoten Halle. Hier wurden bereits eine Vielzahl neuer Gleisanlagen und Weichen errichtet, neue Entwässerungsanlagen einschließlich der erforderlichen Regenrückhaltesysteme gebaut. Es wurden Brücken und Verkehrsstationen erneuert, eine Zugbildungsanlage ist entstanden und der Bahnhof Halle wurde in erheblichem Umfang umgebaut und modernisiert.

Mein Arbeitsalltag findet im Büro, aber zu einem großen Teil auch auf den Baustellen statt. Ich habe keinen Home-Office-Alltag, das ist eher die Ausnahme. Wir führen wöchentliche Planungs- und Baubesprechungen mit den Baufirmen durch, besichtigen gemeinsam regelmäßig die Baustelle und kontrollieren den Bautenstand. Auf eintretende Ereignisse wie unerwartete Baugrundprobleme, Kampfmittelfunde, aktuell Mitarbeiterausfall durch Corona und Lieferschwierigkeiten, aber auch Kabeldiebstahl etc. müssen wir kurzfristig reagieren. Wir müssen Lösungen gemeinsam mit allen Beteiligten abstimmen, um trotz aller Widrigkeiten pünktlich die Anlagen fertigzustellen und dem Anlagenbetreiber zum vereinbarten Termin zur Nutzung zu übergeben.

Was begeistert Dich an Deinem Job?

Dass er nie langweilig wird! Er ist so abwechslungsreich, ich bin jeden Tag gefordert und habe Kontakt mit vielen Leuten von anderen Firmen, mit Kolleg:innen von DB Netz, DB Station&Service oder auch mit Behörden, bin oft auf der Baustelle.

Außerdem habe ich total nette Kolleg:innen, die Zusammenarbeit macht echt viel Spaß! Wir haben ein ausgewogenes Männer-Frauen-Verhältnis, fast 50:50 würde ich sagen. Das finde ich auch echt gut, dadurch haben wir eine super Arbeitsatmosphäre.

Was war Dein schönstes Eisenbahn-Erlebnis?

Das eine „schöne Erlebnis“ gibt es für mich nicht, denn es sind viele schöne Erlebnisse. Ich mag meinen Job insbesondere, wenn etwas termingerecht in Betrieb geht. Das ist ein tolles Gefühl und darauf sind wir auch immer ein biss‘l stolz.

Warum sollten sich Frauen zur Bahn bewerben?

Es ist toll, dass Frauen sich immer mehr an technische Berufe wagen. Wichtig ist es, dass wir schon im frühen Schulalter ansetzen und Frauen/Mädchen sich schon früh für technische Bereiche begeistern können. Viele Berufe waren früher aufgrund körperlicher Anstrengungen auch nicht unbedingt geeignet für Frauen, z.B.

mechanischen Stellwerke mit ihren langen Drahtzugleitungen. Da sind wir heute weiter - Modernisierung und Digitalisierung sind da ein großer Vorteil.

Ich finde Gleichberechtigung und Diversity in allen gesellschaftlichen Bereichen total wichtig! Bei der DB funktioniert es meiner Meinung nach damit schon sehr gut, wir sind auf einem guten Weg – deshalb kann ich allen Frauen (und genauso Männern) die DB als ArbeitgeberIn sehr empfehlen.

Interview geführt von Sylvia Hollah